German Design Graduates 2025
German Design Council

Ganzheitliche Ausstellungskonzeption
Architektur, Design, Koordination und Umsetzung

Gestaltung: Sophia Bihl, Martin Schüngel, Katharina Nohe, Larissa Menth
Fotografie: Katharina Nohe, Lennart Kramp

Was wäre, wenn Design kein Produkt, sondern eine Praxis der Fürsorge wäre? Unter diesem Leitgedanken präsentiert der Rat für Formgebung gemeinsam mit den German Design Graduates rund 45 ausgezeichnete Bachelor- und Masterarbeiten von 25 führenden Hochschulen aus ganz Deutschland. Trotz ihrer Vielfalt eint die Projekte ein gemeinsames Bewusstsein: Design als kollaborative Praxis und als Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit.

Eindrücke der erfolgreichen Ausstellungseröffnung hier. 

Aus mehreren hundert Einsendungen wurden Arbeiten aus Produkt- und Industriedesign, Textil- und Modedesign sowie Kommunikations- und Digitaldesign ausgewählt. Neun davon wurden von Mentor:innen aus Design, Kultur, Bildung und Wirtschaft besonders hervorgehoben.

Die von uns entwickelte Kampagne folgt dem Konzept »Flying Typography«: Ein echtes Buchstaben-Mobile, in Bewegung fotografiert, symbolisiert Freiheit, Dynamik und Experimentierfreude. Die von uns konzipierte Ausstellungsarchitektur nutzt überwiegend geliehene Baustoffe und Industriematerialien. Ressourcenschonend, emissionsarm und bewusst roh gehalten, schafft sie eine offene Bühne für die facettenreiche Arbeiten der Studierenden.

Die Kampagne »Flying Typography« übersetzt die Idee von Aufbruch und Veränderung in ein starkes visuelles Bild. Sie steht für Leichtigkeit, Dynamik und Experimentierfreude – Qualitäten, die auch die ausgezeichneten Bachelor- und Masterarbeiten der German Design Graduates prägen und für viele der Absolvent:innen den Beginn eines neuen Lebensabschnitts markieren. Für uns als Studio stand der Prozess im Mittelpunkt. Mit Offenheit und Neugier haben wir bewusst auf analoge, handwerkliche Methoden gesetzt – auf Entwurf mit den Händen und Gestalten im Raum. Das Buchstaben-Mobile wurde nicht digital konstruiert, sondern real gebaut und im Studio fotografiert.

So entstanden faszinierende Aufnahmen, in denen Bewegung, Unschärfe und Überschneidungen den Zufall zum Gestaltungspartner machen. Ein kräftiges Orange verstärkt diese Energie und zieht sich als lebendiger Impuls durch alle Medien. Die Kampagne kommuniziert auf zwei Ebenen: Einerseits erzeugen die großformatigen Mobile-Motive einen starken visuellen Auftakt. Andererseits integriert die zweite Ebene – ein Netz fein gesetzter Textblöcke – alle beteiligten Studierenden, ihre Arbeiten und Hochschulen. Wie die gesamte Ausstellung stand auch die Kampagne unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit: realisiert auf 100 % Recyclingpapier und mit dem bewussten Einsatz nur einer Sonderfarbe im Druck bei Kettler.

Die Ausstellungsarchitektur versteht sich als Resonanzraum für die Arbeiten der Absolvent:innen – klar, funktional und ehrlich im Ausdruck. Statt dekorativer Gesten bestimmen Statik, Konstruktion und die Ursprünglichkeit der Materialien das Bild. Die Haltung ist brutalistisch: ruhig, gerastert und zurückhaltend. So tritt die Architektur bewusst in den Hintergrund und überlässt den Arbeiten die Bühne.

Im Kontrast zur Leichtigkeit der Kampagne »Flying Typography« setzt das Ausstellungssystem auf Purismus, konstruktive Klarheit und architektonische Strenge. Dennoch verbindet beide Ansätze eine gemeinsame Sprache: Offenheit, Experimentierfreude und der bewusste Umgang mit Unvollkommenheit. Auch bei der Kampagne selbst stand Nachhaltigkeit im Vordergrund: realisiert auf 100 % Recyclingpapier und mit dem bewussten Einsatz nur einer Sonderfarbe im Druck bei Kettler.

Das modulare System basiert auf einem strengen Grundrissraster mit klaren Raumbezügen. Zwei Bewegungsströme führen die Besucher:innen durch die Ausstellung, ohne Hierarchie; alle Arbeiten werden gleichwertig sichtbar. Drei Modultypen – horizontale Inseln, vertikale Paneele und Kombinationen daraus – ermöglichen eine präzise Anpassung an jedes Exponat und damit die jeweils optimale Präsentation.

Besonders war der bewusste Einsatz von Baustoffen im Designkontext: Holzplatten, Betonsteine und textile Bänder – geliehen von regionalen Partner:innen, nach der Ausstellung zurückgeführt in den Kreislauf. Diese Umnutzung jenseits des klassischen Baukontexts eröffnet eine neue Sichtweise auf Nachhaltigkeit.

Für uns als Studio bedeutete das, Raum so zu gestalten, dass er sich zurücknimmt – und gerade dadurch einen starken Auftritt ermöglicht. Architektonische Strenge, konstruktive Klarheit und der offene Umgang mit Unvollkommenheit – ein klares Statement, wie Ausstellungsarchitektur im Bereich Kunst und Design neu gedacht und realisiert werden kann. Zugleich zeigt das Projekt, wie konsequente Ressourcenschonung – vom Einsatz der Baustoffe bis hin zur Kampagne – gestalterisch überzeugend umgesetzt werden kann.

Als Studio haben wir nicht nur die Kampagne und die Ausstellungsarchitektur entworfen, sondern die Ausstellung als Gesamtprojekt realisiert. Unser Leistungsspektrum reichte von der Konzeption und Gestaltung über die Organisation und Logistik bis hin zum vollständigen Aufbau vor Ort. Wir entwickelten und bauten die Ausstellungsarchitektur und Module selbstständig, konstruierten und installierten das zentrale Mobile und übernahmen die Montage sowie Inszenierung sämtlicher Exponate der Studierenden – ein Full-Service-Ansatz, der Idee und Umsetzung nahtlos verbindet.

Sponsoren & Unterstützer

Ein großer Dank geht an unsere Sponsoren, ohne deren Unterstützung und Engagement wir diese Ausstellung nicht hätten realisieren können.

Der rheinländische Baustoffhandel Fassbender Tenten hat uns mit der Lieferung von 800 Schalungssteinen à 25 kg tatkräftig unterstützt und fachkundig beraten.

Die Druckerei Kettler übernahm den Druck aller Kommunikationsmedien der Kampagne in Sonderfarbe.

Berberich Papier stellte  das 100% Recyclingpapier Vivus 103 zur Verfügung, auf dem sämtliche Plakate, Einladungen und Exponatstexte gedruckt wurden.

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